Seit Anfang der 90er Jahre haben sich rechte und faschistische Organisierungen kontinuierlich weiterentwickelt und ihre Strukturen verfestigt. Damals begann die faschistische Bewegung mit Brandanschlägen und Pogromen gegen Flüchtlingsheime, zahlreichen Morden, sowie vereinzelten Versuchen sich zu organisieren. Mittlerweile haben sich daraus relativ feste, teilweise professionell auftretende Strukturen entwickelt, die über eigene Medien, kulturelle Angebote, aber auch über eigene Finazierungsmöglichkeiten, sowie Schlägertrupps verfügen. Dazu kommt, dass Faschisten von immer mehr Menschen als ganz normaler Teil der politischen Landschaft wahrgenommen werden.
So wählten in Baden-Württemberg bei der letzten Bundstagswahl mehr als 90 000 Menschen die faschistische NPD, die sich rechtskonservativ gebenden Republikaner erhielten fast 65 000 Stimmen. Auch in der Region Stuttgart versuchen Nazis vermehrt Fuss zu fassen: Anfang 2006 wolten sie in Stuttgart-Heslach aufmarschieren (und scheiterten kläglich am militanten Widerstand der HeslacherInnen), im September fand eine Nazi-Demonstration in Göppingen statt, in Schorndorf und Waiblingen wurden ebensolche Demonstrationen angemeldet. Dazu kommen die zahlreichen gewalttätigen Übergriffe auf AusländerInnen, Linke, Punks und andere. Dabei gibt es qualitativ keinen Unterschied ob Nazis ihre menschenverachtende Propaganda durch Flugblätter oder Nazimusik verbreiten, und der realen Gewalt die anderswo von ihnen ausgeht. Das eine ist die Voraussetzung für das andere.
Die Kampagne >Turn it down - Antifaschistische Kehrwochen< hat sich zum Ziel gesetzt über die verschiedenen Auswüchse rechter Strukutren, vorallem über Nazimusik und rechten Lifestyle, in der Region Stuttgart zu informieren und diesen organisiert etwas entgegenzusetzen. Dabei wollen wir auch aufzeigen, dass der Faschismus mit seinem Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus keine Lösung irgendeines Problems ist, sondern letztlich nur Verlierer hervorbringt. Wir setzen dem eine gemeinsame, solidarische Organisierung entgegen, die sich für eine Welt ohne Diskriminierung, Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung einsetzt.
Mit drei Infotischen am 10.März bei einem Versandhandel für Nazimusik, einem Proberaum einer Naziband und einem Laden der u.a. Nazi-Kleidung verkauft, sowie einem abendlichen antifaschistischen Konzert beginnt die Kampagne >Antifaschistische Kehrwochen Part III - Turn it down!<. Alle die sich informieren, mit uns diskutieren oder sich praktisch beteiligen wollen, laden wir dorthin ein. In den nächsten Monaten werden Infoveranstaltungen und weitere Aktionen in der Region Stuttgart folgen - es gibt noch viel zu tun! Wir rufen alle dazu auf Rassismus und den Aufschwung rechter Organisationen, Aktivitäten und faschistischer Gewalt nicht länger zu tolerieren, sondern sich gemeinsam mit uns zu organisieren und dem braunen Pack aktiv entgegenzutretten!
Kein Fussbreit den Faschisten!
Eine ausführliche Broschüre mit einer Übersicht über rechte Jugendkulturen und Nazimusik aus der Region, einer Chronik rechter Gewalttaten und algemeinen Infos über Neonazis in der BRD ist bei den Infotischen erhältlich. Sie ist auch auf unserer Homepage zu finden oder kann per E-Mail bestellt werden.
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